Seinen Ursprung hat Android Wear im Jahr 2014: Damals im März stellte Google das Betriebssystem für Smartwatches vor, die offizielle Präsentation folgte dann im Juni bei der Entwicklerkonferenz Google I/O. Seit der ersten Vorstellung der Software, deren Bedienung über Sprachkommandos und Touchscreen-Interaktion funktioniert, sind gut drei Jahre vergangen ? und mit der Version 2.0 hat Android Wear eine deutliche Aufwertung erfahren.

Android Wear 2.0: Googles Smartphone-Ersatz

Ursprünglich sollte Android Wear ein Smartphone-abhängiges Betriebssystem sein, doch mittlerweile sieht das anders aus. Denn nach und nach rüstete Google Funktionen nach, etwa die Voraussetzung für eigenständiges GPS und WLAN oder eine Lautsprecherunterstützung. Wenn Sie sich heute eine Smartwatch mit LTE-Funktion (also mit SIM-Kartenfach) zulegen, ist vieles ohne Smartphone möglich, etwa telefonieren, SMS versenden und Sportaktivitäten wie Laufrunden oder Radtouren aufzeichnen. Musik lässt sich ebenfalls hören, über einen gekoppelten Bluetooth-Kopfhörer, Bluetooth-Lautsprecher oder auch die eingebauten Lautsprecher der Smartwatch. Die in der Uhr verbauten Miniaturlautsprecher sind jedoch eher fürs Telefonieren gedacht; ihre Tonqualität reicht für Musikliebhaber keinesfalls aus. Weiterhin ist es möglich, Android-Wear-Smartwatches mit einer Bluetooth-Verbindung zu einem Android-Smartphone oder iPhone zu betreiben. Allerdings ist die die Funktionalität von Uhren mit dem Google-Betriebssystem ? nach wie vor ? eher schlecht als recht. So lassen sich zwar Benachrichtigungen verwalten und Google-Dienste wie etwa GMail nutzen, doch weitere Anwendungen fehlen der Smartwatch.

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Android-Wear-Assistent: Google Now

Im Mittelpunkt von Android Wear steht Googles digitaler Assistent Google Now. Dieser soll Smartwatch-Träger mit den richtigen Informationen versorgen ? und zwar dann, wenn sie vonnöten sind. Morgens nach dem Aufwachen zeigt die Uhr etwa das Wetter an, und steht der Nutzer am Flughafen beim Check-in, zeigt das Display seine Bordkarte als QR-Code. Vom klassischen Kartendesign hat Google mittlerweile abgesehen: Vielmehr füllen Benachrichtigungen bei Android Wear 2.0 den ganzen Bildschirm aus. Wischen Sie eine davon nach links, entfernt das System sie. Neben Google-Now-Karten zeigt Android Wear auch eingehende Anrufe, E-Mails und andere Mitteilungen an. Wollen Sie auf eine Nachricht antworten, reicht ein Sprachbefehl ? das Smartphone bleibt in der Tasche. Alternativ zum Sprachbefehl ist in den Uhren eine (etwas frickelige) Bildschirmtastatur integriert.

Seit Version 2.0: Eigener Play Store

Android-Wear-Smartwatches: Eigener Play Store © Screenshot ? COMPUTER BILD

Im Play Store gibt es einen speziellen Android-Wear-Bereich. Mittlerweile ist Googles App-Markt aber auch auf Smartwatches verfügbar.

Bis Android Wear 2.0 haben Nutzer die auf der Smartwatch installierten Apps über das gekoppelte Smartphone synchronisiert. Mit der neuen Android-Wear-Version hingegen verfügen die Uhren über einen eigenen Play Store. Der zeigt die auf dem Smartphone installierten Apps an, installiert sie aber nicht selbsttätig. So hat der Nutzer die Kontrolle über die Anwendungen auf seiner Uhr ? umso besser, als dass deren Speicherplatz begrenzt ist. Ebenfalls ersichtlich im Play Store von Android-Wear-2.0-Watches: alle weiteren verfügbaren Apps ? deren Installation dann unabhängig vom Smartphone erfolgt.

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Smartwatches: Unterschiedliche Funktionen

Früher unterschied man zwischen Uhren mit Android Wear und solchen ohne, heute auch zwischen Uhren mit Android Wear und Android Wear 2.0. Denn Google verteilt Aktualisierungen ? und ist beim Ausrollen der Updates großzügiger als manch anderer Hersteller, der die Software-Unterstützung bereits nach kurzer Zeit wieder einstellt. Allerdings erhalten die ersten Android-Wear-Uhren kein Update auf die 2.0-Version. Darüber hinaus gibt es Unterschiede zwischen den Smartwatches: So besitzt etwa die Asus ZenWatch 3 kein mobiles Internet-Modem, die Huawei Watch 2 hingegen ein SIM-Kartenfach. Auch ist es Herstellern möglich, die Features ihrer Uhren über Apps zu erweitern. So liefert zwar Google sein Android Wear weiterhin zentral aus, aber Anpassungen der Software-Funktionen ? wie erweiterte Energiesparoptionen und sonstige Spielereien ? steht nichts mehr im Wege. Dadurch wächst der Funktionsumfang von Smartwatches insgesamt, wobei sich die einzelnen Uhren gleichzeitig stärker unterscheiden und teils mit weniger Funktionen ausgestattet sind als andere, hardware- ebenso wie softwareseitig. Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf einer smarten Uhr genau über deren Spezifikationen in den COMPUTER BILD-Tests.

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Das bietet die Konkurrenz

Die Konkurrenz auf dem Smartwatch-Markt ist inzwischen überschaubar. So nutzt etwa Samsung für Smartwatches mittlerweile das hauseigene Betriebssystem Tizen; die aktuelle Computeruhr des südkoreanischen Herstellers heißt Gear S3. Außer Konkurrenz ist Apple: Die Apple Watch Series 2 läuft, wie schon das erste Modell, nur mit iPhones.

Android Wear 2.0 ist nur für Android (und iOS)

Nutzer eines Windows-Smartphones gehen derzeit (Smartwatch-)leer aus: Es gibt kaum Hersteller, die Geräte für das mobile Betriebssystem von Microsoft anbieten. Android-Nutzer müssen sich auf Android-Wear-Geräte beschränken, die derzeit den größten Funktionsumfang bieten. iPhone-Nutzern wiederum ist eine Apple Watch zu empfehlen. Android Wear bietet zwar eine iOS-Unterstützung, doch der Funktionsumfang von Smartwatches mit Google-Betriebssystem unter iOS ist minimal und steht in keinem Verhältnis zum recht happigen Preis der Uhren.

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