Apple versus Anker © COMPUTER BILD

Anker versus Apple, 40 Euro versus 120 Euro: Wer ist besser?

Wer unterwegs mehr Strom für das Smartphone braucht, muss entweder eine Powerbank mitschleppen, oder aber eine Hülle mit eingebautem Akku. Letztere haben den Vorteil, dass man sich sämtliche Kabel sparen kann. Außerdem: Zur Abwechslung überlässt Apple nicht nur Drittherstellern das Feld, sondern bietet seit dem iPhone 6 sogar selbst eine Hülle an. Für das iPhone 7 kostet das ?Smart Battery Case? 119 Euro und bietet einen 2.365-mAh-Akku. Das iPhone 7 arbeitet von Haus aus mit 1.960 mAh, sodass man etwas mehr als eine volle Ladung zusätzlich dabei hat. Doch ganz ehrlich: Lohnt es sich wirklich, nochmal 120 Euro in die Hand zu nehmen? Oder tut es vielleicht auch eine günstige Alternative? Anker zum Beispiel hat die ?Power Core?-Akku-Hülle zu 40 Euro im Programm ? und COMPUTER BILD hat sie gecheckt.

Apple: Klebriger Luxus

Zunächst ein paar Worte zum Kontrahenten: Das Apple Smart Battery Case ist innen weich gefüttert, hat eine sehr griffige Oberfläche und ein ? trotz des seltsamen Designs ? durchdachtes Konzept. Steckt man das iPhone in die Hülle, umrandet sie das Smartphone vollständig. Das sorgt für guten Schutz vor Stößen und gibt ein stimmiges Bild. Den Lightning-Anschluss verlängert Apple durch die Hülle, sodass man trotz Aufladung durch das Case weiterhin Kopfhörer oder Zubehör anschließen kann ? oder die Hülle und das iPhone mit dem üblichen Kabel gleichzeitig laden kann. Auch in puncto Lautsprecher hat Apple nachgedacht: Ton wird via Durchlass nach vorne umgelenkt. Das verhindert nicht nur dumpfen Klang, sondern verbessert den Sound von Videos für den Nutzer merklich. Und als Alleinstellungsmerkmal zeigt das iPhone den Ladestand der Hülle im Sperrbildschirm ? hier nutzt Apple die eigene Infrastruktur klug.

Akku-Hüllen Innenseite © COMPUTER BILD

Apple flauschig, Anker rau ? in beiden Hüllen liegt das iPhone sicher, aber nur eine umrahmt das Gerät.

Nachteile hat das Smart Battery Case im Alltag natürlich auch. Das iPhone samt Hülle ist sehr dick und hat nichts mehr von seiner eigentlich schlanken Linie. Die griffige Silikon-Oberfläche stellt sich je nach Aufbewahrung als Problem heraus. Denn einmal in der Hosentasche verstaut, lässt sich das Smartphone nur widerwillig herausnehmen. Meist kommt die gesamte Hosentasche gleich mit raus ? und damit auch deren sonstiger Inhalt. Was den Preis betrifft, lässt sich Apple das Logo auf der Silikon-Hülle fürstlich bezahlen.

Anker: Der günstige Gegner

Nun kommt Anker. Für 40 Euro verkauft der Hersteller die Power-Core-Akku-Hülle via Amazon. Die bietet 2.200 mAh und ein sehr Apple-ähnliches Konzept. Mit feinen Unterschieden. Die Hülle fasst sowohl das iPhone 6 als auch das iPhone 7. Das bedeutet, dass der Ausschnitt für die Kamera auf der Rückseite riesig ist ? und optisch nicht besonders clever gelöst. Das Material der Anker-Hülle ist deutlich glatter als das Apple-Silikon, sodass man sich keine Sorgen um Hosentaschen machen muss. Es sei denn, die enthalten massig Fusseln, denn durch die offene Unterseite ist das iPhone an den Anschlüssen nicht geschützt.

Anschluss Anker © COMPUTER BILD

Au Backe! Um das iPhone zu laden, muss man das Kabel aus der Hülle ziehen und anschließen ? aber wie sieht denn das aus?

Die eigentliche Schwachstelle der Hülle ist allerdings das Laden selbst: Denn anders als das Vorbild von Apple, handelt es sich bei dem Anker-Produkt nicht wirklich um eine Akku-Hülle, sondern eher eine ?Hülle mit Akku?. Das heißt: Um das iPhone zu laden, muss man ein winziges Kabel aus der Hülle ziehen und es mit dem Smartphone verbinden. Das sieht nicht nur doof aus, sondern bietet bei Stürzen eine optimale Angriffsfläche für Hebelkräfte. Was das Aufladen betrifft, ist die Hülle von Anker gewohnt kraftvoll und arbeitet flott. Das muss sie auch, denn solange die Hülle ?angeschlossen? ist, lässt sich kein weiteres Gerät ans iPhone koppeln.

Noch ärgerlicher ist die Wahl des eigenen Anschlusses. Wer ein iPhone nutzt, besitzt in der Regel überall eine Auflademöglichkeit für Lightning-Geräte. Warum also setzt Anker bei der Hülle auf micro-USB, sodass man ein zweites Ladegerät braucht? Das ist nicht sinnvoll.

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Fazit: Billig bedeutet weniger Komfort

Die Anker Power-Core-Akku-Hülle tut verlässlich, was sie soll. Sie sitzt bombenfest und bringt genug Akkuenergie für eine vollständige Ladung mit. Aber wo Apple mit klugen Ideen brilliert, scheitert Anker kläglich. Ja, die Unterseite ist an den Flanken geschützt ? aber nicht vollständig. Ja, die Oberfläche fühlt sich gut an ? aber die Aussparung für die Kamera ist riesig. Und ja, die Hülle lädt das iPhone schnell auf ? aber der Lightning-Anschluss ist dann belegt und es schaut ein Kabel raus.

Für wen eignet sich also die günstigere Hülle? Prinzipiell für jeden Reisenden, der zwischendurch ein wenig Energie nachtanken will, ohne Powerbank samt Kabel zu suchen und in der Zeit auf den Anschluss von Kopfhörern verzichten kann ? oder kabellose nutzt. Für den Dauereinsatz eignet sich die Hülle nur dann, wenn man gewillt ist, mit Kompromissen zu leben. Apple bietet hier ein deutlich runderes Gesamtpaket, verlangt allerdings auch exakt drei Mal so viel Geld.

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