Convertibles im Test © Timurock-Fotolia.com, Microsoft, Huawei, Samsung

Notebook oder Tablet-PC? Convertible-PCs lassen sich vielseitig einsetzen.

Tablet-PC und Notebook in einem Gerät ? ein Convertible ist eine richtig praktische Sache. Mit nur wenigen Handgriffen lassen sich die Verwandlungskünstler umbauen und damit flexibel nutzen. Aber ist die 2-in-1-Lösung wirklich so clever oder steckt dahinter ein fauler Kompromiss? Wie schlagen sich brandneue Modelle wie zum Beispiel das Microsoft Surface Pro (2017), das Samsung Galaxy Book oder das Huawei MateBook E? COMPUTER BILD hat aktuelle Convertibles mit Windows 10 aufwendig getestet.

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Die Verwandlungskünstler

Egal, ob vergleichsweise günstig oder richtig teuer: In beiden Gruppen des Testfelds finden sich Modelle mit zwei unterschiedlichen Bauformen:

  • Abnehmbares Display: In diesem Vergleich haben viele Modelle abnehmbare Displays. Das ist aktuell die am meisten verbreitete Form von Convertibles ? und auch die praktischste. Schließlich lässt sich so beispielsweise das Gerät zu Hause als klassisches Notebook für Office-Anwendungen nutzen und unterwegs als handlicher Tablet-PC. Das klappt etwa mit den Modellen Microsoft Surface Pro (2017), Samsung Galaxy Book, Huawei MateBook E, Microsoft Surface Book und Toshiba Portégé Z20t.
  • Drehbares Display: Unter den getesteten Convertibles befinden sich auch Varianten, deren Bildschirme wie bei einem normalen Notebook fest mit der Tastatur verbunden sind. Der Clou: Das Display lässt sich um 360 Grad auf die Unterseite der Tastatur klappen. So nutzen Kunden das Convertible als Tablet. Auch gut: Steht das Convertible wie ein umgedrehtes ?V? vor dem Nutzer, kann der bequem Filme gucken, Präsentationen vorführen, Bildersammlungen betrachten. In diesem Vergleich klappte das etwa mit den Modellen Asus ZenBook Flip und Lenovo Yoga 3 Pro.

Scharfe, präzise Touchscreens

Aber eine vielseitige Nutzbarkeit macht noch lange kein perfektes Convertible. Das A und O sind wie bei Notebooks und Tablets erstklassige Bildschirme. Das beste Display bot in diesem Vergleich das Lenovo ThinkPad X1. Es zeigte Fotos, Videos und Webseiten mit 2610×1440 Pixeln knackscharf und mit einer sehr hohen Farbtreue von 89,5 Prozent. Das Gegenteil von brillanten Bildschirmen lieferte das Toshiba Portégé Z20t. Dessen Full-HD-Display (1920×1080 Pixel) zeigte Bildinhalte mit verfälschten Farben, die Farbtreue lag bei nur 55,1 Prozent. Gut: Eingaben per Fingertipp setzten alle Testkandidaten präzise und ohne Verzögerungen um ? wenn der Nutzer nicht hastig zu Werke ging. Denn beim Huawei MateBook verstrich sporadisch etwas Zeit, bevor es schnelle Wischbewegungen auf dem Display umsetzte.

Flink oder lahm?

Ebenso wichtig wie ein guter Bildschirm und eine schnelle Umsetzung von Eingaben auf dem Touchscreen ist ein hohes Arbeitstempo. Gleich vorweg: Für simple Office- und Internetanwendungen reicht die Geschwindigkeit aller Testkandidaten völlig aus. Ans Eingemachte geht es jedoch, wenn Nutzer Fotos mit Filtern und 3D-Effekten versehen wollen oder einen Film aus mehreren selbst gedrehten Videoclips erstellen möchten. Aber auch bei diesen kräftezehrenden Aufgaben leistete sich kein Testkandidat große Schwächen. Wie es richtig flink geht, zeigte das schnellste Modell in diesem Vergleich: Das Microsoft Surface Book treibt ein starker Prozessor aus Intels neuer Skylake-Reihe an, der Arbeitsspeicher ist mit 8 Gigabyte ordentlich bemessen, Betriebssystem, Programme und Daten lagern auf einer schnellen SSD mit 256 Gigabyte Speicher. Zudem hat das Surface Book noch einen Trick auf Lager: In der Tastatur steckt ein separater Grafikchip (GeForce GTX 940M). Der bietet mehr Dampf als die im Prozessor untergebrachte Grafikeinheit. So zeigt das Surface Book auch kleinere Spiele flüssig ? für Titel des Kalibers ?GTA 5? reicht die Leistung aber nicht.

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Viel oder wenig Puste?

Hohes Arbeitstempo und ein Akku mit viel Ausdauer sind Pflicht. Schließlich sind die Geräte für den mobilen Einsatz gedacht. Denn wer will zum Beispiel in der Bahn ständig einen freien Platz mit (funktionierender) Steckdose suchen? Auf dem Weg von Hamburg nach München bleibt der Bildschirm beim Dell XPS 12 (9250) schon deutlich vor Kassel schwarz: Im Test kam das XPS nur 2 Stunden und 34 Minuten ohne Steckdose aus. Dieser Wert ist genauso wenig akzeptabel wie die 3 Stunden und 30 Minuten Akkulaufzeit des Huawei Matebook. Dass es viel besser geht, bewies das Toshiba Portégé Z20t: Satte 9 Stunden und 36 Minuten sind eine Ansage! Da lassen sich auf der Bahnfahrt von Hamburg über die südliche Grenze nach Österreich locker sechs Spielfilme am Stück anschauen.

Verzicht üben

Aber gibt es eigentlich gravierende Nachteile bei einem Convertible? Der Spagat zwischen Notebook und Tablet ist für die Hersteller schließlich nicht einfach.

  • Aufrüstung: Wie bei vielen Notebooks ist auch bei den Kombis die Aufrüstung ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen. So lässt sich bestenfalls der Arbeitsspeicher erweitern ? das war es dann aber. Der Tausch der Festplatte oder SSD gegen ein Modell mit einer größeren Kapazität ist in den meisten Fällen nicht möglich. Viele aktuelle Modelle haben ihren SSD- und Arbeitsspeicher fest auf der Hauptplatine verlötet. Daher gilt es, vor dem Kauf die Ausstattung des Wunschkandidaten genau zu prüfen, denn später lässt sich daran nichts mehr ändern.
  • Kein Laufwerk: Wer einen DVD-Brenner benötigt, muss ein externes Laufwerk kaufen ? in diesem Vergleich hat kein Kandidat einen DVD-Brenner.
  • Als Tablet schwer: Wer ein Modell mit abnehmbarem Display für den häufigen Einsatz als Tablet in die engere Wahl zieht, sollte nicht vergessen, dass die Bildschirme der geprüften Geräte deutlich schwerer sind als reine Tablet-PCs. Ein Vergleich: Der abnehmbare Monitor des Lenovo ThinkPad X1 Tablet bringt es auf stattliche 758 Gramm, das 10 Zoll große Android-Modell Xperia Z4 Tablet von Hersteller Sony wiegt hingegen nur federleichte 393 Gramm.

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Was muss an Bord sein?

Während die Convertibles als reine Tablets oft viel auf die Waage bringen, sind sie als Notebooks doch recht leicht. Das Lenovo Yoga 900S blieb zum Beispiel im Test mit exakt 999 Gramm knapp unter der 1-Kilogramm-Marke. Ein richtig dicker Brocken war aber ohnehin nicht dabei. Aber welche Ausstattung ist neben einem ordentlichen Bildschirm, schnellem Prozessor und flinker SSD sinnvoll? Für den Internetzugang muss das Convertible heute mit schnellem WLAN-ac ausgerüstet sein. Wer auch unterwegs ins Netz will, sollte darauf achten, dass LTE-Unterstützung samt SIM-Karten-Einschub an Bord ist. Außerdem ist für den Datenaustausch mit Smartwatches oder die Wiedergabe von Musik auf entsprechenden drahtlosen Lautsprechern eine Bluetooth-Schnittstelle von Vorteil. Und wer oft zusätzliche Geräte wie externe Festplatten, Tastaturen oder einen Monitor ans Convertible klemmt, braucht die entsprechenden USB-Anschlüsse, eine HMDI-Buchse oder ein Displayport am Convertible. Wenn nicht: Ein separates Dock kann die fehlenden Anschlüsse auch ersetzen.

Fazit: Vergleichstest Convertible-Notebooks

Unter den günstigen Convertible-Notebooks bot das ZenBook Flip von Hersteller Asus das beste Paket mit tadelloser Verarbeitung, hohem Arbeitstempo, umfangreicher Ausstattung, brillantem Display und einer mit fast fünfeinhalb Stunden sehr langen Akkulaufzeit. Wer hingegen nicht auf jeden Cent achten muss, ist mit dem Microsoft Surface Book gut bedient ? dem Testsieger unter den teuren Convertibles. Das in einem edlen Alu-Gehäuse untergebrachte Gerät arbeitet noch einen Zacken flinker, eignet sich sogar für kleinere Spiele, der Akku hält fast eine Stunde länger durch und sein knackscharfer Bildschirm bietet eine hohe Farbtreue.

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