In der abgelaufenen Drittligasaison hatten gleich fünf Vereine einen Zuschauerschnitt von unter 2500 Fans pro Spiel. In Großaspach oder bei Fortuna Köln dürfte man gestern also mit einem gewissen Neid registriert haben, dass zum Trainingsauftakt des in die dritte Spielklasse abgestiegenen Karlsruher SC 2500 Fans kamen. Und die applaudierten dem völlig neu zusammengestellten Kader schon, als die Spieler aus den Kabinen kamen, auch bei den Trainingsspielen gab es wohlwollenden Beifall. ?Überwältigend?, fand all das Trainer Marc-Patrick Meister. ?Karlsruhe ist eine Fußballstadt ? und die Menschen haben gezeigt, dass sie hoffnungsfroh auf die neue Saison blicken.?

Zunächst aber blickten sie in sehr viele unbekannte Gesichter. Mit Dennis Kempe kam ein alter Bekannter als Erster aus der Kabine, später folgten mit Martin Stoll, Oskar Zawada, Kapitän Dirk Orlishausen und Matthias Bader weitere Bekannte. Doch die gingen in der Menge der 14 Neuzugänge unter, darunter mit dem 24-jährigen offensiven Mittelfeldspieler Marvin Wanitzek vom VfB Stuttgart (Vertrag bis 2020) und Jonas Föhrenbach vom SC Freiburg zwei Spieler, die erst wenige Stunden zuvor verpflichtet worden waren.

Kader fast komplett

Mit Kai Bülow, Marc Lorenz, Alexander Siebeck, David Pisot, Andreas Hofmann, Dominik Stroh-Engel und Rückkehrer Anton Fink waren auch alle weiteren Zugänge auf dem Platz, die sich berechtigte Hoffnungen auf einen Platz in der ersten Elf machen dürfen. ?Ich bin froh, dass wir den Kader zu solch einem frühen Zeitpunkt schon fast komplett beisammen haben?, sagte Meister. ?Auch für Marvin Wanitzek und Jonas Föhrenbach war es wichtig, die Euphorie hier mitzuerleben.?

Erst am Morgen war der Wechsel des 21-jährigen Föhrenbach vermeldet worden, am Vorabend hatten SC-Sportdirektor Jochen Saier und sein Karlsruher Pendant Oliver Kreuzer Einigkeit über die Leih-Modalitäten erzielt. ?Er ist für die linke Seite vorgesehen, kann aber auch als Innenverteidiger eingesetzt werden?, sagte Kreuzer, der ebenso wie Meister vor dem ersten Training eine Ansprache an die Mannschaft gehalten hatte: ?Ich habe ihnen gesagt, dass wir überzeugt sind, in jedem Mannschaftsteil so viel Qualität zu haben, um den Aufstieg schaffen zu können, dass es jetzt aber darauf ankommt, als Mannschaft zusammenzuwachsen.?

Das könnte man durchaus als Fingerzeig verstehen, dass es genau daran in der zurückliegenden Saison gemangelt hat. Das Binnenklima im Abstiegskader muss ebenso wenig leistungsfördernd gewesen sein wie die Kadergröße, die zuletzt für drei Mannschaften gereicht hätte.

Dass der KSC sich sowohl neben als auch auf dem Platz verbessern muss, scheint man den Neuen allerdings eingeschärft zu haben. Schließlich äußerten sich die meisten Neuzugänge sinngemäß so wie der aus Darmstadt gekommene Stürmer Stroh-Engel: ?Die meisten Spieler, die verpflichtet worden sind, haben genügend Zweit- und Drittligaerfahrung, um zu erwarten, dass wir jetzt schnell eine Mannschaft werden.? Er selbst habe im Übrigen nur eine Nacht gebraucht, um sich sicher zu sein, dass er das Angebot annehmen werde, zu einem ?geilen Traditionsverein? zu wechseln, der ein ganz bestimmtes Ziel habe: ?Wir wollen alle zurück in die Zweite Liga, da führt kein Weg daran vorbei.?

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