Ein Notebook fürs Zocken? Im direkten Vergleich mit einem Gaming-PC hatten die mobilen Rechner in der Vergangenheit das Nachsehen: Sie waren schlechter ausgestattet, boten weniger Tempo, waren aber trotzdem viel teurer. Billig sind Gaming-Notebooks mit Windows 10 nach wie vor nicht, aber ob es jetzt mehr Geschwindigkeit, Bildqualität und Ausstattung gibt, das verrät der COMPUTER BILD-Test.

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Warum sind die Geräte so dick?

Leistungsstarke Gaming-Notebooks sind und bleiben dicke Brocken. Spieler zocken lieber auf einem großen 17-Zoll-Display als auf einem kleinen 15-Zoll-Bildschirm. Allein das sorgt für ein unhandliches Format. Außerdem arbeiten im Inneren unter Hochdruck starke Prozessoren und Grafikchips ? Kühlkörper und Lüfter bewahren sie vor dem Hitzetod. Und das müssen die Hersteller alles irgendwie ins Gehäuse packen. Klar, dass dabei kein schlankes Gerät herauskommt. Zumal die Technik auch etwas Raum und Luft zum Atmen benötigt. Andernfalls staut sich die Wärme, im Innern entsteht viel Hitze. Und das hätte üble Konsequenzen: Sind SSDs, Grafikchips und Prozessoren auf Dauer viel Hitze ausgesetzt, verkürzt das deren Lebensdauer. Bei den geprüften Notebooks war die Temperaturentwicklung (Unterschied zur Umgebungstemperatur) weitgehend unbedenklich, sie klaffte aber unter Volllast weit auseinander: von 20,3 Grad beim One K73-6M bis hin zu 36,3 Grad beim Asus ROG G752V.

Warum kein 4K-Display?

Neben einem robusten Gehäuse muss das Wunsch-Notebook einen brillanten Bildschirm haben. Das Display sollte Spiele-Helden, Umgebungen und Objekte sehr detailliert und ohne farbliche Verfälschungen in Full HD mit 1920×1080 Bildpunkten zeigen ? so wie beim MSI Dominator Pro. Aber warum nicht gleich ein 4K-Display verwenden, das Spiele noch schärfer mit 3840×2160 Bildpunkten zeigt? Der Qualitätsgewinn wäre bei einem vergleichsweise kleinen 17-Zoll-Display gering. Weil sich darauf schon die 2.073.600 Bildpunkte in der Full-HD-Auflösung drängeln, sind die Unterschiede zu Ultra-HD kaum erkennbar. Wer doch in 4K zocken will, sollte einen externen 4K-Monitor im großen 28-Zoll-Format anschließen, zum Beispiel das aktuell beste von COMPUTER BILD SPIELE geprüfte Modell Iiyama GB2888UHSU (Preis: 440 Euro).

Gaming-Notebooks im Tempovergleich © COMPUTER BILD

Mit welchem Tempo berechnen die Testkandidaten aufwendige Spiele wie ?Watch Dogs 2? für die Wiedergabe auf dem eigenen Full-HD-Bildschirm (1920×1080 Bildpunkte)? Und wie hoch ist das Tempo, wenn Zocker Spiele in 4K auf einem separaten 4K-Monitor (3840×2160 Bildpunkte) zocken? Das sehen Sie in diesem direkten Vergleich.

Flüssige Wiedergabe ? auch in 4K?

Gerade 4K erfordert für eine flüssige Wiedergabe starke Technik. Deshalb muss im Notebook der Oberklasse-Prozessor Core i7 stecken. Den haben alle Testkandidaten an Bord. Noch wichtiger ist ein potenter Grafikchip. Wie der Test zeigte, ist ein GTX 1070 von Nvidia Pflicht: Fünf der sechs Notebooks zaubern mit diesem Grafikprozessor die Bilder aufs Display und gewährleisteten so in 4K mit 50 Bildern pro Sekunde im Schnitt eine ruckelfreie Wiedergabe. Nur beim Gaming-Notebook K73-6M von One mussten die Tester für eine flüssige Wiedergabe die Grafikdetails im Spiel runterschrauben, weil im One nur der schwächere Mittelklasse-Chip GTX 1060 steckt. Klasse: Zocken auf dem eingebauten Full-HD-Display klappte bei allen geprüften Gaming-Notebooks ohne Ruckler ? selbst bei voller Detailwiedergabe, wie der folgende Tempovergleich zeigt.

Teils richtig laut

Zocker, die im Spiel alle Grafik-Regler voll aufdrehen, müssen sich auf einen hohen Geräuschpegel einstellen. Denn volle Detailwiedergabe in aufwendigen Spielen bedeutet Schwerstarbeit für Prozessor und Grafikchip. Wenn diesen die schnell drehenden Lüfter Frischluft zufächern, ist das deutlich zu hören: Beim MSI Dominator Pro ist der Geräuschpegel mit 1,8 Sone noch erträglich, das HP Omen 17 nervt mit 4,3 Sone so richtig.

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Maus statt Touchpad

Ebenfalls mehr als nervig sind Touchpads ? zumindest beim Zocken: Die in den geprüften Notebooks sind zwar sehr ordentlich, taugen aber nur für die Bedienung von Windows, Office- und Internetanwendungen. Der Kauf einer zusätzlichen Gaming-Maus ist also Pflicht. Eine extra Gaming-Tastatur ist bei den getesteten Modellen hingegen unnötig: Die in den Notebooks verbauten sind voll und ganz auf Gaming getrimmt. Bei allen leuchten die Tasten, und die Tastaturen des Asus und des Acer verfügen sogar über separate Tasten, die sich mit Befehlen und Befehlsfolgen (Makros) im Spiel belegen lassen.

Fazit: Vergleichstest Gaming-Notebooks

Nur wer sein Gaming-Notebook sorgfältig auswählt und genügend Budget einplant, hat auch lange Freude daran. In diesem Test trumpfte das Asus ROG G752V mit umfangreicher Ausstattung und sehr hohem Tempo auf. Kostenpunkt: satte 3.000 Euro. Deutlich günstiger und dennoch empfehlenswert ist der Preis-Leistungs-Sieger K73-6M von One. Die Ausstattung ist top und das Tempo ist für ein 1.610 Euro teures Notebook sehr ordentlich.

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