Das Nokia 3 ist ein günstiges Smartphone, das Einsteiger mit realistischen Ansprüchen zufriedenstellt. Das Design ist für die Preisklasse überaus schick, das Display begeistert mit seiner hohen Helligkeit und einer ausreichenden Schärfe. Bei der Dual-SIM-Variante des Handys passt eine zweite SIM-Karte in den Schacht, der geringe Speicherplatz lässt sich bei beiden Modellen mit einer microSD-Karte ausgleichen. Wer das Smartphone nicht als Kamera-Ersatz nutzt und keine Temporekorde brechen will, darf sich im Einsteigerbereich über das Comeback der Finnen freuen.

Pro

  • Helles Display
  • Schickes Design
  • Erweiterbarer Speicher
  • Dual-SIM-Variante verfügbar

Kontra

  • Langsames Arbeitstempo
  • Schwache Kamera
  • Wenig freier Speicherplatz
  • Fehlerhafter Lagesensor
  • Akku fest verbaut

Einschätzung der Redaktion

befriedigend

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Nokia versucht sich 2017 an einem Comeback und bringt gleich mehrere neue Smartphones auf den Markt. Neben den teureren Nokia 6 und Nokia 5 gibt es ein Einsteigermodell der Finnen ? das Nokia 3. Auf den ersten Blick wirkt das Gerät deutlich schicker als viele Konkurrenten in dieser Preisklasse: Das Kunststoffgehäuse umgibt ein Metallrahmen, das Design ist recht edel und das leicht gewölbte Displayglas sorgt für eine überaus hübsche Front. Das Smartphone macht einen robusten Eindruck und liegt gut in der Hand. Bei näherem Hinsehen offenbaren sich kleinere Schwächen: Am Übergang von Kunststoffrückseite zu Metallrahmen gibt es teils spürbare Spaltmaße, die Anschlüsse am Rahmen sind scharfkantig. Die Rückseite ist rutschig und nicht abnehmbar ? der Akku lässt sich somit nicht austauschen. Gut: In die Schubladen am linken Gehäuserand passt nicht nur eine microSD-Karte zur Speichererweiterung, sondern auch eine zweite Nano-SIM-Karte ? wenn man sich für die Dual-SIM-Variante des Smartphones entscheidet.

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Nokia punktet beim Display

Für viele Nutzer ist der Bildschirm das Herzstück eines Smartphones ? dachte sich wohl auch Nokia und verbaut ein Display, das die Einsteiger-Konkurrenz vor Neid erblassen lässt. Schärfe (1280×720 Pixel) und Helligkeit des 5-Zoll-Displays (12,7 Zentimeter) sind für ein günstiges Handy überaus gut. Der Kontrast ist nicht auf Top-Niveau, geht für die Preisklasse aber in Ordnung. Einzige Enttäuschung: Farben stellt der Bildschirm sehr blass dar. Der optimale Blickwinkel ist recht klein, von der Seite ist das Display dank der hohen Helligkeit aber immer gut ablesbar.

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Smartphone mit Linksdrall

Im Nokia 3 steckt ein Akku mit einer Kapazität von 2.630 Milliamperestunden ? das ist Durchschnitt. Der Energielieferant lässt sich über einen Micro-USB-Anschluss aufladen; Schnellladen beherrscht das Gerät nicht. Verbindungen stellt das Nokia 3 per WLAN im n-Standard, Bluetooth 4.0 LE und NFC her. Es verbindet sich außerdem per LTE mit dem Mobilfunknetz. Ab Werk läuft das Smartphone mit Android 7.0 Nougat, per Update landet ein Sicherheitspatch vom 5. Mai 2017 auf dem Handy ? ganz auf Stand sind die Finnen in diesem Punkt also nicht (Testzeitpunkt: 11. Juli 2017). Problematischer: Im Praxis-Test erkannte der Lagesensor die Ausrichtung des Smartphones nicht richtig. Einige Apps und Spiele sind dadurch unbrauchbar, die automatische Displaydrehung setzt zu spät ein. Um einen Defekt des Testgerätes auszuschließen, wird COMPUTER BILD in Kürze ein zweites Nokia 3 auf diesen Mangel überprüfen.

Nokia 3 © COMPUTER BILD

Eine Wasserwaagen-App macht deutlich: Der Lagesensor des Testgerätes ist fehlerhaft.

Nokia 3 © COMPUTER BILD

In dieser Schräglage erkennt der Sensor das Testgerät als waagerecht ausgerichtet.

Kein Tempokönig

Der Vierkern-Prozessor MT6737 von Mediatek soll das Nokia 3 mit einer Taktrate von bis zu 1,3 Gigahertz auf Touren bringen. Er erhält Unterstützung von der Grafik-Einheit Mali-T720. In diversen Benchmark-Tests schneidet das Smartphone alles andere als gut ab: Sowohl Geekbench 4 als auch AnTuTu bescheinigen dem Gerät keine gute Leistung. Grafisch fordernde Spiele wie ?Asphalt 8 ? Airborne? laufen mit deutlichen Rucklern. Für Normalnutzer mit realistischen Ansprüchen an ein günstiges Smartphone reicht die Leistung dennoch aus: Das Bedientempo ist etwas langsam, für die Nutzung im Alltag aber vollkommen in Ordnung.

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Wenig freier Speicherplatz

Dem Mediatek-Prozessor stehen 2 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher kommt auf 16 Gigabyte. Von diesen stehen gerade mal 9 Gigabyte zur freien Verfügung ? wer unterwegs gern viele MP3-Dateien mit sich herumträgt und häufiger ein Foto knipst, dürfte den Speicherplatz schnell verbraucht haben. Per microSD-Karte lässt sich der interne Speicher immerhin erweitern.

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Blasse Schnappschüsse

Hobby-Fotografen greifen beim Nokia 3 zu einer 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Sonderlich ansehnlich sehen die Schnappschüsse aus dem Praxis-Test nicht aus: Außenaufnahmen ohne HDR sind dunkel, durch kräftiges Bildrauschen unscharf und weisen verfälschte Farben auf ? wie mit einem Sepia-Filter bearbeitet. Der HDR-Modus sorgt für sehr helle Bilder, entzieht den Fotos aber viel Farbe. In geschlossenen Räumen abgelichtete Motive, die näher an der Linse liegen, machen sich besser, da lediglich leichte Unschärfen und etwas blasse Farben den Eindruck trüben. Die Frontkamera ist mit 8 Megapixeln für Selbstporträts zuständig. Selfies sehen überzeichnet und ein wenig farblos aus, die Helligkeit der Aufnahmen ist aber gut. Mit 1280×720 Pixeln aufgenommene Videos sind stark verrauscht, aber ausreichend hell. Unter dem Artikel finden Sie Bilder vom Nokia 3 sowie vom Foto-Vergleichsgerät Google Pixel XL.

Preis und Verfügbarkeit

Das Nokia 3 soll laut Hersteller HMD Global ab 13. Juli 2017 erhältlich sein. Das Einsteiger-Smartphone schlägt mit 159 Euro zu Buche.

Ab 157,27 EUR* bei Dieses Produkt bei

* Der günstigste Preis kann inzwischen höher sein.

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Testspiegel: Durchschnittsnote 3,00

Quelle Beurteilung Zusammenfassung
connect 3/5 connect Kategorie: Einzeltest Nokia 3 (05/2017)

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