Im Juni kommen die ersten neuen Nokia-Smartphones auch in Deutschland in den Handel. COMPUTER BILD wollte nicht so lange warten und hat sich das Nokia 6 als 64-GB-Version per Import-Shop direkt aus China kommen lassen. Mit 259 Euro (Stand 5. Mai) zuzüglich Import-Umsatzsteuer beim Zoll ist das Smartphone trotzdem noch erschwinglich. Und es bietet bereits einen ersten Vorgeschmack auf das, was die deutschen Kunden (bei leicht veränderter Hard- und Software) ab Sommer erwartet.

Updates: Nokia hält Versprechen ein

Ein wichtiger Unterschied zur Android-Konkurrenz ist das Versprechen des Unternehmens, monatliche Sicherheits-Updates für alle neuen Nokia-Smartphones zu liefern, auch für die günstigen. Die bietet nur wenige Hersteller ? und wenn, dann allenfalls in der Premium-Klasse. Und offenbar meint es Nokia ernst: So zeigte das aus China importierte Testgerät von COMPUTER BILD bereits am 8. Mai ein Update an, das unter anderem Googles Sicherheitspatch für Mai 2017 enthielt. Kein unwichtiges Update, soll es doch die gravierende Sicherheitslücke in fast allen Android-Geräten schließen, wegen der das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) jüngst Alarm schlug.

Wieviel Finnland steckt im Nokia 6?

Die neue Riege an Nokia-Smartphones ist mehr als eine Serie umgetaufter China-Geräte von der Stange. Die Entwicklung und Fertigung des Nokia 6 geschieht durch HMD Global ? ein finnisch-chinesisches Gemeinschaftsunternehmen von der Foxconn-Tochter FIH Mobile und Nokia. Das Nokia 6 ist in China bereits seit Ende 2016 im Verkauf. Es zeigt zwei wichtige Unterschiede ? genauer: Nachteile ? gegenüber der kommenden deutschen Version. Erstens fehlt die LTE-Frequenz um 800 Megahertz (MHz), die in Deutschland vor allem außerhalb der Städte sowie bei Vodafone und O2 wichtig ist. Zweitens läuft Android 7 auf dem chinesischen Nokia 6 ohne Google-Dienste und -Apps ? sprich auch der Google Play Store ist nicht vorinstalliert.

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Nokia 6: Der erste Eindruck

Das Nokia 6 wirkt sehr hochwertig: Rückseite und Rahmen bestehen aus Metall, das Smartphone scheint robust und gut verarbeitet. Die Übergänge am Rahmen sind aber etwas kantig, wodurch das Smartphone nicht gerade geschmeidig in der Hand liegt. Vorder- und Rückseite sind schlicht und schick ? besonders das kleine Herstellerlogo rechts über dem Display gibt dem Handy eine edle Note. Die vertikale Anordnung der Hauptkamera weckt Erinnerungen an die Lumia-Reihe wie das Lumia 920, das damals allerdings aus Plastik gefertigt war. Unter dem Bildschirm befindet sich eine Sensorfläche, die als Home-Button sowie Fingerabdrucksensor dient und als Taste ?getarnt? ist (sie fühlt sich wie eine solche an, da in einer Gehäusevertiefung platziert) ? ähnlich wie beim iPhone 7. Die Fläche ist allerdings etwas klein geraten und lässt sich nicht so intuitiv ertasten wie bei Apples Flaggschiff. Anders als die Modelle Nokia 3 und Nokia 5 verfügt das Modell mit der Nummer 6 nicht über getrennte Einschübe für zwei SIM-Karten und eine microSD-Speicherkarte. Stattdessen verbindet es Dual-SIM- und SD-Einschübe miteinander. Beim Hybridsystem ist also eine gleichzeitige Nutzung von zwei Verträgen und zusätzlichem Speicher nicht möglich. Nutzer sind gezwungen zu entscheiden, welche Funktion ihnen wichtiger ist ? oder zu einem der Schwestermodelle zu greifen.

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5,5 Zoll großer Bildschirm

Das Nokia 6 besitzt ein 5,5-Zoll-Display (13,97 Zentimeter), das mit 1920×1080 Pixeln (Full HD) auflöst und so auf eine gute Pixeldichte von rund 400 ppi kommt. Der Bildschirm macht mit seiner hohen Schärfe sowie dem großen Blickwinkel einen guten Eindruck. Beim ersten Ausprobieren wirkte es draußen allerdings nicht besonders hell und erreichte beim Kontrast nicht die Stärken von Spitzenmodellen mit AMOLED-Display wie dem Samsung Galaxy S8.

Nokia 6 im Benchmark-Test

Als Herzstück dient der Snapdragon-430-Chip von Qualcomm, dessen acht Rechenkerne mit bis zu 1,4 Gigahertz arbeiten. Im COMPUTER BILD-Test erreichte das chinesische Nokia 6 keine enormen Tempowerte, lag etwas unter dem Niveau des Galaxy S5. Konkret: Im Geekbench-Test kam das Testgerät auf 658/2.846 Punkte, bei AnTuTu auf 4.7394 Punkte. Gut: In der 64-GB-Variante sind satte 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher installiert, ähnlich wie beim Galaxy S7 und S8. An internem Speicher standen auf dem Testgerät von nominell 64 GB etwa 52 GB zur freien Verfügung. Der Speicherplatz lässt sich per microSD-Karte erweitern. Als Betriebssystem kommt Android 7 Nougat zum Einsatz; noch im Testverlauf erschien Anfang Mai das Update auf Android 7.1.1 und am 1. April das Google-Sicherheitsupdate. Wie Google bei seinen Pixel-Smartphones versprach Nokia monatliche Sicherheitsupdates dank eines unveränderten Android-Systems ? ein Versprechen, welches der Hersteller wohl einhält, siehe Artikelbeginn.

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Die wichtigsten neuen Geräte

Nokia 6 mit 16-Megapixel-Kamera

Für Schnappschüsse steht dem Nutzer neben einem 16-Megapixel-Sensor auf der Rückseite eine Frontkamera mit 8 Megapixeln zur Verfügung. Videos nimmt das Smartphone in Full HD (1920×1080 Pixel) auf. Fotos beider Kameras machen hinsichtlich Schärfe, Helligkeit und Farben auf den ersten Blick einen guten Eindruck.

Google-Play-Store nachrüstbar?

Auf der ausprobierten Importversion des Nokia 6 vom CECT-Shop fehlen sämtliche Google-Dienste, also auch der Play Store. Allerdings lassen sich Gratis-Apps aus Alternativ-Shops oder per APK (?Android Package? bzw. Android-Programmpaket) von Seiten wie apkmirror.com laden. Die Bedienoberfläche ist nicht auf Deutsch, jedoch beim ersten Einrichten auf Englisch einstellbar. Um das Importgerät zu nutzen, ist also kein Chinesisch, aber Englisch erforderlich. Schwieriger ist es, Google-Apps nachzurüsten. Im Internet kursieren zwar Anleitungen, um Google-Dienste und -Apps von Hand zu installieren. Im Selbstversuch allerdings führten die Instruktionen zunächst nur zu Fehlermeldungen. Möglicherweise ist ein Root-Zugriff vonnöten, um die Google-Dienste funktionsfähig zu machen. Für Normalanwender lohnt sich daher ein China-Import nicht.

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Nokia 6: Erste Einschätzung

Scharfes Full-HD-Display, hochwertiges Aluminiumdesign und recht ordentliche Technik ? alles zusammen für rund 260 Euro. Das neue Nokia-Top-Modell ist mehr als ein liebloses Lizenzprodukt mit Firmenstempel darauf und mischt die Mittelklasse möglicherweise ordentlich auf, nicht zuletzt durch den prominenten Namen. Wer das Smartphone jetzt schon haben will, ergattert bei einigen Online-Händlern die chinesische Version. Käufer verzichten dann aber auf die wichtigen Google-Apps (darunter den App-Store) sowie das LTE-Band 20, das hierzulande für die schnelle Datenverbindung wichtig ist.

Nokia 6: Preis und Verfügbarkeit

Das Nokia 6 soll in der kleinen Version rund 230 Euro kosten, die 64-GB-Edition des Smartphones schlägt wohl mit 299 Euro zu Buche. Das Nokia 6 kommt vermutlich im Juni 2017 in den deutschen Handel.

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