Das OnePlus 5 ist ein gelungenes Technik-Update ? gehört zu den schnellsten und stilvollsten Android-Smartphones überhaupt. Überfällig: Endlich kommt die clevere Idee einer Dual Kamera mit Telezoomauch ins Android-Lager. Im ersten Test überzeugte die Kamera zumindest bei Tageslicht.

Pro

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Riesiger Arbeitsspeicher
  • Großer interner Speicher
  • Dual Kamera mit Tele-Zoom
  • Dual SIM
  • Schnelles LTE

Kontra

  • Kein optischer Bildstabilisator
  • Kein Speicherkartenschacht
  • Akku nicht wechselbar

Einschätzung der Redaktion

gut

Kaum ist das OnePlus 5 offiziell vorgestellt, gibt es negative Stimmen seitens der Android-Community. Vor allem bei XDA Developers äußerte man jetzt Vorwürfe: Der chinesische Smartphone-Hersteller soll demnach bei den Benchmarks tricksen, die zumeist ein erster Indikator für die Leistung des Smartphones sein können. Der neuste Achtkern-Prozessor Snapdragon 835 aus dem Hause Qualcomm bietet vier Kerne mit einem Takt von 2,45 Gigahertz und vier weitere mit einem Takt von 1,9 Gigahertz. Laut XDA Developers laufen die schwächeren vier Kerne in den Leistungstests unter Volllast, sodass das OnePlus 5 dadurch höhere Punktzahlen erreicht.

Betrugsvorwurf: OnePlus kontert bei Reddit

Auf Reddit meldete sich OnePlus-Mitgründer Carl Pei sogleich zu Wort und versucht, die Vorwürfe zu entkräften: Das Smartphone verhält sich demnach bei Leistungstest genauso, wie bei rechenintensiven Anwendungen ? etwa bei 3D-Spielen. Die Prozessorkerne laufen auch in anderen Teilen des Systems auf Hochtouren, um beispielsweise den Start von Apps zu beschleunigen. Carl Pei betont, dass es keine Erkennung für Benchmark-Apps gibt und die Anwender bei Leistungstests zumeist das volle Potenzial des Geräts sehen möchten. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass OnePlus bezüglich manipulierter Benchmarks in der Kritk steht ? beim OnePlus 3T gab es einen ähnlichen Vorfall. Zudem geben Benchmarks keine Auskunft darüber, wie sich das Gerät im Alltag schlägt. Das zeigt dagegen unter anderem der Praxis-Test.

Das OnePlus 5 im Praxis-Test

Günstig, hochwertig, schlank, stilvoll: Mit diesen Eigenschaften hat sich OnePlus bei Fans von Android-Smartphones einen ganz besonderen Status erarbeitet. Der Verzicht auf überzüchtete Software und Glitzer erinnerte dabei seit jeher an das Vorbild Apple ? doch anders als die Kalifornier bot OnePlus seine Smartphones in den Anfangstagen zu überraschend niedrigen Preisen an, band zudem die Gemeinschaft an Technikfreaks und Nerds stärker ein als es Apple ins Konzept passen würde. Ein Hinweis vorweg: Mit einem Spezialcode lässt sich das OnePlus 5 bereits jetzt bestellen, alle Infos dazu finden Sie am Ende des Artikels.

OnePlus 5: Das iPhone der Android-Welt

Das OnePlus 5 ist der vorläufige Höhepunkt des Versuchs, im Android-Lager eine Marke zu etablieren, die sowohl Design-Fans im Apple-Stil als auch Technik-Nerds begeistert. Die Ähnlichkeit zum iPhone fällt schon kurz nach dem Auspacken ins Auge: Das Gehäuse besteht aus schwarzem Metall und besitzt die vom iPhone bekannten abgerundeten Kanten. Die Dual-Kamera sitzt auf der Rückseite ? und das exakt so wie beim iPhone 7 Plus: leicht hervorgewölbt in der linken oberen Gehäuseecke. Rechts daneben befindet sich ? ebenso kennen es iPhone-Besitzer ? der LED-Blitz. Wie schon beim OnePlus 3T findet man an der linken Gehäuseseite oben die Taste zum stufenweisen Stummschalten des Smartphones. An der gleichen Stelle trägt das iPhone einen Knopf mit ähnlicher Funktion, die aber nur zwischen Stummschaltung und normaler Lautstärke wechselt. Das OnePlus 5 ist in etwa genauso dünn wie das iPhone 7 Plus, aber spürbar leichter (153 statt 188 Gramm). Im Vergleich zum Vorgänger OnePlus 3T hat das OnePlus 5 damit noch einige Gramm abgespeckt. Auf den mit dem Samsung Galaxy S8 und LG G6 ausgerufenen Trend zu ultraschlanken Displayrahmen verzichtet OnePlus ebenso wie Apple: Der kontraststarke 5,5-Zoll-Bildschirm (1920×1080 Pixel) besitzt das bekannte 16:9-Format, unter dem Display findet man einen im Home-Button eingebauten Fingerabdruck-Sensor sowie etwas schwer zu erkennende Sensorflächen.

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So viel Arbeitsspeicher hat sonst niemand

War das letzte Modell OnePlus 3T nur ein kleines Upgrade des Vorgängers OnePlus 3, bietet das OnePlus 5 jetzt in allen Bereichen Technik von 2017: Da ist vor allem Qualcomms neuer Prozessor Snapdragon 835 zu nennen. Der bietet trotz hohem Arbeitstempo einen vergleichsweise niedrigen Stromverbrauch. Zwar hinterlassen Berichte, nach denen OnePlus die Ergebnisse von Benchmark-Tests gezielt optimiert, einen üblen Beigeschmack. Doch COMPUTER BILD ermittelt die Arbeitsgeschwindigkeit ohnehin praxisgerecht ohne künstliche Benchmark-Apps. Auch ohne Benchmarks steht fest: In Kombination mit dem üppigen Arbeitsspeicher und dem schlanken Android-Betriebssystem Oxygen OS ist das OnePlus 5 eins der schnellsten Android-Smartphone 2017, wenn nicht sogar das schnellste überhaupt. Mit 8 Gigabyte setzt die 128 GB-Version auf dem deutschen Smartphone-Markt eine neue Rekordmarke beim Arbeitsspeicher. Abgesehen von diesem Superlativ aber ist die größte Neuerung des OnePlus die Kamera …

OnePlus 5 © COMPUTER BILD

Zum OnePlus 5 gibt es wieder diverse Schutzhüllen, auch als Holzimitat.

OnePlus 5: So funktioniert die Dual-Kamera

Bei der Kamera nähert sich OnePlus erneut dem Vorbild Apple an. Wie beim iPhone 7 Plus findet man beim OnePlus 5 hinten zwei Kameras: eine normale mit 16 Megapixel-Sensor von Sony (Sony IMX 398) und lichtstarker Blende f/1,7 sowie eine Art Tele mit doppelter Brennweite, also praktisch zweifachem Zoom. Die ist nicht sehr lichtstark (f/2,6), hat aber einen 20-Megapixel-Sensor (Sony IMX 350). Mit einem Tipp auf den Schriftzug ?2x? lässt sich an das aktuelle Motiv heranzoomen. Und wie bei Apple bietet die Kamera-App einen ?Portrait?-Modus: Dabei nutzt die Software den unterschiedlichen Blickwinkel beider Kameras, um den weiter entfernten Hintergrund künstlich unscharf darzustellen. So ergeben sich Bilder mit interessantem Tiefeneffekt (Bokeh), ähnlich der Tiefenschärfe von Fotos einer Spiegelreflexkamera. Das funktioniert in der Regel bereits recht gut, erlaubt viele spannende Bildexperimente. Erstaunlich ist dabei, wie perfekt OnePlus die Kamera-App des iPhone kopiert hat. Und es gibt sogar etwas, das beim iPhone fehlt: ein Pro-Modus. Darüber lassen sich alle Foto-Parameter manuell einstellen und sogar mehrere Einstellungsprofile speichern. Praktisch: Hält man die Kamera gerade, färbt sich eine Hilfslinie im Bild grün. Videoaufnahmen sind in 4K-Auflösung möglich oder mit niedriger Auflösung in vierfacher Zeitlupe (720p bei 120 Bildern pro Sekunde), Fotos lassen sich als RAW-Dateien speichern. Die 16-Megapixel-Frontkamera (Sensor: Sony IMX 371, Blende f/2.0) lässt auf Wunsch als Blitzersatz bei Fotos den Bildschirm kurz aufblitzen ? auch eine gute Idee, die ursprünglich von Apple kommt. Schade: Auch das OnePlus 5 verzichtet auf einen optischen Bildstabilisator.

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Die wichtigsten neuen Geräte

Wie gut ist die Bildqualität wirklich?

Der finale Labor-Test steht noch aus, doch in den ersten Versuchsreihen zeigte sich das neue Kamerasystem leicht verbessert im Vergleich zum Vorgänger: Bei Tageslicht schießt die Kamera scharfe Fotos mit natürlichen Farben, der zweifache Zoom erlaubt dabei von entfernten Objekten deutlich detailreichere Bilder als der Vorgänger ohne Dual-Kamera. Bei wenig Licht macht das OnePlus 5 ebenfalls hellere Fotos, allerdings war bei den Testaufnahmen teils ein deutliches Rauschen zu erkennen. Für Videoaufnahmen sind drei Mikrofone mit Geräuschunterdrückung eingebaut.

Mehr Laufzeit trotz geschrumpften Akku?

Nach wie vor stolz ist OnePlus auf seine Schnellladetechnik Dash Charging, die in Verbindung mit passenden Ladegeräten und dem richtigen USB-Typ-C-Kabel selbst beim Schnellladen den Akku nicht allzu heiß werden lässt und beim Laden nicht auf höhere Voltzahlen, sondern auf eine höhere Stromstärke setzt. Effektives und schonendes Schnellladen verspricht eigentlich auch der im OnePlus 5 verbaute Qualcomm-Snapdragon-Chip mit neuer Quickcharge-4.0-Ladetechnik. Doch OnePlus entschied sich, an der eigenen Ladetechnik festzuhalten. Der Akku ist etwas kleiner als im Vorgänger (3.300 mAh statt 3.400 mAh beim OnePlus 3T), dennoch verspricht OnePlus durch Hardware- und Software-Optimierung eine um 20 Prozent längere Laufzeit. Im ersten Praxis-Test gab es an der Akkuausdauer nichts zu meckern. Ob das OnePlus aber tatsächlich länger durchhält als der Vorgänger, zeigt erst der Labor-Test.

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Die Software: Oxygen OS

Als Betriebssystem kommt Oxygen OS ? eine speziell angepasste Variante von Android 7.1.1 ? zum Einsatz. Das System arbeitet wie gewohnt schnell, unterscheidet sich auch optisch kaum vom normalen Android. Dennoch hat OnePlus in der frischen Version einige Neuerungen eingeführt: Aktiviert man den Lesemodus, wechselt die gesamte Oberfläche in einen augenschonenden Graustufenmodus und passt Helligkeit und Schärfe an die Umgebung an. Screenshots zeichnen jetzt auf Wunsch auch den gesamten Scrollbereich ? etwa den einer langen Internetseite ? auf. Ein automatischer Nachtmodus ändert die Farbtemperatur nach Sonnenuntergang. Und mit der Secure Box steht ein passwortgesicherter und verschlüsselter Speicherbereich für private Dokumente, Fotos und Videos zur Verfügung.

OnePlus 5: Dual-SIM und Turbo-LTE

Gut: Anders als Huawei bleibt OnePlus der Dual-SIM-Technik treu: Zwei Nano-SIM-Karten finden im Gehäuse Platz, von denen sich jeweils eine zurzeit für die Internetverbindung nutzen lässt. Dank des Snapdragon-835-Prozessors erreicht auch LTE neue Temporekorde von bis zu 600 Mbps (LTE CAT 12). Der Chip selbst könnte theoretisch sogar 1.000 Mbps via LTE erreichen, doch diese Tempostufe nutzt OnePlus derzeit ebenso wenig wie andere Smartphones mit dem Snapdragon-835-Prozessor (HTC U11, Sony Xperia XZ Premium). In der Praxis ist das kein Nachteil, denn in Europa unterstützt bislang kein Mobilfunknetz diese Geschwindigkeiten. Derzeit baut Vodafone als erster deutscher Netzbetreiber gerade LTE mit 500 Mbps aus. Bei den anderen Funkverbindungen hat das OnePlus 5 deutlich zugelegt: WLAN-ac ist endlich mit zwei Antennen (2×2 MIMO) möglich, Bluetooth 5.0 eingebaut.

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Speichervarianten und Preise

Das OnePlus 5 kommt in zwei Speichervarianten (Achtung, der Speicher lässt sich nicht erweitern): eine Version mit 128 GB internem Speicher und 8 GB RAM für 559 Euro und eine günstigere 64-GB-Version mit 6 GB RAM für 499 Euro. Gegenüber dem Vorgänger 3T ist das OnePlus 5 damit 60 Euro teurer ? und es kostet 100 Euro mehr als der Vorvorgänger OnePlus 3. Beide Geräte sind allerdings nicht mehr erhältlich. Der offizielle Verkaufsstart für das OnePlus 5 ist der 27. Juli 2017. Doch Schnellentschlossene greifen auf Wunsch schon am 21. Juli zu: Online steht ein begrenztes Kontingent unter oneplus.net/early-drop bereit (nach Eingabe des ursprünglich in der Keynote versteckten Codes ?Clearer Photos?). Noch schneller kommen OnePlus-Fans in Berlin an das neue Gerät: Am 21. Juli findet ab 18 Uhr ein befristeter Sonderverkauf im Bikini-Einkaufszentrum in der Mode-Boutique LNFA statt.

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