Moreira hat schon vorher einen guten Job beim VfB gemacht und Cheftrainer Hannes Wolf ist froh, dass er ihn hat. Eine Zusatzqualifikation kann Moreira beim Stuttgarter Aufsteiger aber nicht anbringen: seine Spanischkenntnisse. Der VfB-Kader ist sehr international besetzt, durch die jüngsten Zugänge von Orel Mangala, Anastasios Donis und Chadrac Akolo noch mehr. Wolfs Problem: Wenn er auf Deutsch seine Anweisungen gibt, versteht ihn ein guter Teil der Spieler nicht. Englisch hilft, aber nicht bei allen. Und Spanisch gar nicht.

Französisch wird wichtiger

Deshalb ist der Coach auf die Hilfe von Übersetzern angewiesen. Jumpei Yamamori erfüllt diese Aufgabe seit einem Jahr routiniert und unauffällig für den Japaner Takuma Asano, so wie er früher schon für Shinji Kagawa in Dortmund und für Naohiro Takaharas beim HSV geholfen hat ? nicht nur auf dem Platz. Aber auch Yamamori konnte nichts tun, als sich Akolo während des Testspiels gegen die Stuttgarter Kickers mit schmerzverzerrtem Gesicht das Bein hielt. Mitspieler Daniel Ginczek versuchte mit einer Geste zu fragen, ober er sich das Knie verdreht habe. Aber nur Matthieu Delpierre konnte der Kongolese erklären, wo es wehtat. ?Französisch ist eine wichtige Sprache bei uns geworden?, erklärt Trainer Wolf. Akolo, Benjamin Pavard, Ebenezer Ofori, Jérôme Onguéné ? sie alle sprechen (fast) nur diese Sprache.

In der vergangenen Saison hat sich Fanbetreuer Peter Reichert um die französischsprechenden VfB-Kicker gekümmert. Doch die Aufgabe erfordert so viel Zeit, dass er Gefahr lief, seine eigentliche Aufgabe zu vernachlässigen. Seit Saisonbeginn hatte Mangala das Dolmetschen auf dem Trainingsplatz übernommen. ?Ich habe aber gemerkt, dass wir so nicht weiterkommen?, berichtet Wolf. Der Belgier ist 19 Jahre alt, selbst neu beim VfB und hat erst vor einem Jahr nach seinem Wechsel vom RSC Anderlecht in die BVB-Jugend begonnen, Deutsch zu lernen. Deshalb ist seit wenigen Tagen Matthieu Delpierre da. Der frühere VfB-Kapitän ist für die Aufgabe jedoch fast überqualifiziert. ?Ich weiß noch nicht, ob er bleibt. Aber die Stelle wird auf jeden Fall besetzt?, erklärt Wolf.

Auf Deutsch und Englisch

Für den Stuttgarter Trainer ist es Alltag geworden, seine Erklärungen auf Deutsch und Englisch zu geben und zu berücksichtigen, das sie noch auf Japanisch und Französisch übersetzt werden. Muss er dabei besondere Rücksicht nehmen? ?Ich habe in Dortmund Jugendliche aus dem Pott trainiert. Ich habe Erfahrung damit, die Inhalte in verständlicher Sprache rüberzubringen.?

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