Als erster Anbieter will Acer seine VR-Brille mit neuen Controllern für 400 US-Dollar auf den Markt bringen. Neu dabei: Das System kommt ohne externe Kameras aus.

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Zum Ende des Jahres will Acer ein vergleichsweise kostengünstiges Set aus VR-Brille und Bewegungs-Controllern für Windows 10 auf den Markt bringen. Das Set soll in den USA 400 US-Dollar kosten, einen Euro-Preis nannte Microsoft nicht. Microsoft will damit Virtual Reality auf Windows 10 weiter pushen.

Eher VR als MR

Das Besondere an der Acer-Brille (Acer Windows Mixed Reality im Kurztest) und den beiden Motion-Controllern ist, dass sie ihre Position im Raum erfassen, aber im Unterschied zu den Systemen von Oculus und HTC keine Kameras oder Laser-Tracker an den Wänden benötigen. Stattdessen zeichnet eine 3D-Kamera vorne an der Brille die Umgebung auf und berechnet deren Position im Raum ? ein Verfahren ähnlich wie man es von Microsofts Kinect her kennt. Die 3D-Kamera an der Brille soll zudem die Position der beiden neuen Handcontroller ermitteln. Da keine Wandsensoren nötig sind, spricht Microsoft auch nicht von “Room Scale VR” sondern nennt sein System “World Scale VR”, da es nicht an einen einzelnen Raum gebunden sei.

Microsoft
Als zweiter Anbieter nach Acer bringt HP eine VR-Brille für Windows auf den Markt. Als Dev-Kit für Entwickler kostet die Brille 330 US-Dollar. Vergrößern
Bild: Microsoft

Laut Microsoft handelt es sich bei der Acer-Brille um ein Mixed-Reality-System (MR). Es setzt auf der gleichen Entwicklungs-Plattform wie die HoloLens auf. Allerdings kann der Anwender seine Umgebung nicht durch die Brille hindurch sehen. Er ist genauso abgekapselt wie unter einer normalen VR-Brille, sodass auf dem Acer-System wahrscheinlich die selben VR-Anwendungen und -Spiele laufen werden, wie mit den Brillen von Sony, Oculus und HTC ? zumindest so lange die Hersteller keine Exklusiv-Verträge abgeschlossen haben.

Die neuen Controller tracken Drehungen über einen internen Sensor. Ihre Position im Raum scannt derweil eine Kamera in der Brille.
Die neuen Controller tracken Drehungen über einen internen Sensor. Ihre Position im Raum scannt derweil eine Kamera in der Brille. Vergrößern
Bild: Microsoft

Vermutlich auch für Xbox Scorpio

Zur kommenden Xbox Scorpio verlor Microsoft zwar kein Wort, es ist aber davon auszugehen, dass das VR-System in der ein oder anderen Form auch mit der voraussichtlich zum Jahresende erscheinenden Konsole zusammenarbeiten wird. Details will Microsoft auf der Spielemesse E3 Anfang Juni bekannt geben. Neben Acer planen auch HP, Asus und Dell ähnliche VR-Brillen und -Controller. Entwickler in den USA und Kanada können ab sofort SDK-Versionen der Brillen von Acer und HP für 299 beziehungsweise 329 US-Dollar vorbestellen.

Microsoft fasst verschiedene MR- und VR-Brillen unter der HoloLens Plattform zusammen.
Microsoft fasst verschiedene MR- und VR-Brillen unter der HoloLens Plattform zusammen. Vergrößern
Bild: heise

Update 18:20 Uhr: Microsoft hat die neuen Motion-Controller auf einem Foto gezeigt, aber nicht vorgeführt. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Oculus Touch und Vive Controller. Markant sind die mit LEDs bestückten äußeren Ringe. Diese Lichtpunkte dienen offenbar dazu, die Position der Controller mit der Kamera in der Brille zu tracken. Das bedeutet, die Postition wird nur getrackt, wenn man die Hände vor dem Körper hat, nicht dahinter. Als Bedienelemente bieten die Controller für den Daumen offenbar ein Touchpad und einen Analogstick. Während die Acer-Brille mit einem HDMI-Kabel mit dem Windows-Rechner verbunden wird, sind die Motion-Controller kabellos.

Microsoft hat auf der Präsentation betont, dass es keinen Unterschied zwischen AR, MR und VR machen will, sondern alle Systeme auf die HoloLens-Entwicklungsplattform aufsetzen. Damit konkurriert die HoloLens-Plattform mit der OpenXR-Initiative der Khronos Group.
(hag)

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